Sonntag, 16. August 2015

Etappe 10

Samstag, 15.08.2015
Morgens auf dem Weg zum Frühstück sah ich drei Radfahrer, eine Frau und zwei Männer. Wie sich herausstellte, waren sie in Mugla in der Türkei aufgebrochen und auf Promotion-Tour unterwegs nach Brüssel (www.mowwemove). Adnan Çangir, er gab mir seine Visitenkarte, sagte mir, dass die Person auf die sie noch warteten mir die beste Werkstatt im Ort nennen könnte. Dem war dann auch so. In Picos Fahrradladen hat der Chef auf der rechten Tretlagerseite eine zusätzliche Distanzscheibe eingebaut und das Rad ist wieder fit. Bei der Tour im letzten Jahr waren es auf der linken Seite zu viel Distanzscheiben, wodurch sich die Mutter gelöst hatte und deren Gewinde zerstört war. Dieses Mal habe ich wohl Glück, und brauce nicht schon wieder ein neues Tretlager. 
Bis Štúrovo folgte ich dem Donauradweg. Die Fähre vorher, die mir einige Kilometer erspart hätte, fuhr nicht. Nach dem Mittagessen in Štúrovo ging es über die Donau auf die ungarische Seite nach Esztergom und dann auf ziemlich direktem Wege nach Budapest. Dies brachte dann wieder einige Steigungen mit sich. Insgesamt lief es ganz gut mit 6 Stunden und 20 Minuten im Sattel für die 106 km lange Etappe. Die längere Mittagspause und die kürzeren Pausen, wie unterwegs beim Aldi um Obst und Wasser einzukaufen, zähle ich nicht mit.

Über die Donau nach Esztergom

Über die berühmte Kettenbrücke erreichte ich endlich Budapest 




Etappe 9

Freitag, 14.08.2015
Mit mir auf dem Zimmer war wie vermutet ein amerikanisches Pärchen und außerdem eine jüngere Asiatin. Das Frühstück bestand aus zwei Scheiben Toast mit Käse und Schinken sowie zwei Kaffee.
Dann erst die Wasserflaschen an einer der öffentlichen Zapfstellen füllen bevor es weiter geht. Nachdem ich mich mit Umweg aus Bratislava herausgefranst hatte, lagen 29 km auf dem Deich neben der Donau vor mir. Ohne Gegenwind wäre es bei der guten Fahrbahn allerdings schneller voran gegangen. Daher bin ich etwas früher von diesem Teilstück auf die Straße abgebogen. Irgendwann später, wieder auf dem Donauradweg, machte sich das Tretlager bemerkbar. Ein seitliches Spiel von ca. 1,5 mm machten mir einige Sorgen. Nach einem Telefonat mit meiner Werkstatt in Salzgitter fuhr ich so vorsichtig es ging bis zum Tagesziel nach Komarno. Dort wollte ich ursprünglich auf einem Campingplatz übernachten. Die Anmeldung war im Hotel gegenüber. Da es kaum mehr kostete, nahm ich lieber ein Zimmer. Für 13,55 Euro kann man zwar keinen Luxus erwarten, aber es war sauber und außer Dusche, Bett und Frühstück brauchte ich am nächsten Tag nur noch eine Werkstatt.
Fast hätte ich es vergessen, kurz vor Komarno waren 1000 km geschafft.

Der war schneller als ich

Hier verließ ich den Donauradweg wegen des Gegenwindes


Donnerstag, 13. August 2015

Etappe 8

Donnerstag, 13.08.15
Das Zimmer, das ich hatte war total aufgeheizt und bei 77€ für eine Nacht stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Für WLAN musste ich 3€ extra abdrücken. Trotz Nachfrage war es nicht einmal abgesichert, kein Schlosssymbol. Hab heute früh über Telekom ein achter Zimmer für 19,50 in Bratislava gebucht. Einquartiert wurde ich dann in einem Mixed Room mit 4 Doppelbetten. Kostet daher 21,15. Zwei Betten waren schon belegt, den Schuhen usw. nach zu urteilen handelt es sich um ein Backpacker-Pärchen. Bin mal gespannt.
Hierher war es eine fast gemütliche Halbtagestour auf dem Donauradweg von nur 68,8 km. Von Wien aus habe ich zwei Höhenmeter dazu gewonnen, da mein Quartier in Bratislava weiter oben liegt. Höhenmeter aufwärts 147, abwärts 145. Bei der Rast nach 50 km waren es 71 zu 78. In zwei Tagen will ich dann in Budapest sein. Ob es unterwegs Netz gibt, weiß ich nicht.

Rast an der Donau (Gasthof zum goldenen Anker in Hainburg)

Über diese Brücke musst ich radeln 

Altstadt

Zur Burg bin ich nicht hinauf, statt dessen 

wieder essen.



Etappe 7

Mittwoch 13.08.15
Am Morgen war es nicht so heiß. Nur 22 Grad auf der Terrasse. Beim Frühstück habe ich erfahren, dass die Eltern von der Frau vom Schauspieler Klaus-Jürgen Wussow aus diesem Ort stammen.
Für Wien habe ich per Internet ein Bett und Bike Hotel gefunden. Nur 10 km auf der Bundesstraße, dann hat mich mein Navi über Nebenstrecken zum Hotel geführt. Ein Stück schon auf dem Donauradweg über die Donauinsel. Da es dann zwischendurch doch wieder heiß wurde, bin ich in  Stockerau beim K.u.K. Hofzuckerbäcker zum Heiner eingekehrt. 

Auf der Donauinsel 

Im Hotel war ich zu früh. Ich war daher erst essen und habe einen neuen Flaschenhalter besorgt und angeschraubt. Am Nachmittag bin ich durch die Stadt geschlendert. 

Stephansdom 

Leute aus aller Herren Länder 

In der Johannesgasse suchte ich dann die Sushibar, wo ich bei der letzten oder vorletzten Kursfahrt das beste Sushi außerhalb Japans gegessen hatte. Es war wegen Urlaub geschlossen und schien auch nicht mehr so exquisit zu sein. Da musste ich in der selben Straße mit dem Da Vinci vorlieb nehmen.

Vorspeise des Hauses
Vorn: Avocado-Tartar mit Pfifferlingscreme, Amaranthflocken und ?- Öl.
Hinten: Zitronenen-, Rote Rüben- und Basilikumbutter mit verschiedenen Brotsorten.
Danach dann die hausgemachten Linguine mit Basilikumpesto.

Mittwoch, 12. August 2015

Etappe 6

Dienstag, 11.08.15
Heute morgen ist es nicht so heiß und kein Wind. Trotz dass es mehr bergab als bergauf ging, bremsten mich wieder Steigungen mit 12% und zwei Umleitungen. Die erste hatte nur ca. 200 m, erforderte aber Zeit zur neuen Orientierung. Die zweite war gut ausgeschildert, bedeutete aber einige Kilometer Umweg und hatte eine Steigung von schätzungsweise 14%. Die bin ich mit gerade mal mit 5 km/h hoch. Daher gab es diesmal früh Mittag, nach 48 km in Dlouhá Brtnice. Endlich wieder Nudeln und natürlich 1 Liter Nealko Pivo. Am Hinterrad "klingelte" seit dem Morgen eine Speiche. Beim morgendlichen Reparaturversuch habe ich sie fälschlicherweise mit dem Speichenschlüssel gelockert. Das habe ich dann nach dem Essen in Ordnung gebracht. Zwischendurch machte ich noch eine Rast im Schatten von aufgetürmten Strohballen.

Wer findet mein Rad?

Nach dem Mittag dann auf eine viel befahrene Bundesstraße. Dies war der direkte Weg und es waren weniger Höhenmeter zu überwinden als auf den Nebenstraßen. In Zojno noch eine längere Pause beim Italiener. Es gab eine sehr leckere Tomatensuppe und ein Liter ... Die letzte Teiletappe sollte eigentlich bis Hollabrunn gehen, dann wären es 140 km geworden. Vor der Grenze zu Österreich standen einige Spielcasinos und Nachtklubs in der Landschaft. Für die Kleinen gab es Merlins Kinderwelt und Excalibur-City. 

Tschechische Seite 

Jetzt geht's nach Österreich 

Guntersdorf

10 km vor Hollabrunn in Guntersdorf hing eine Fahne mit der Aufschrift Zimmer frei an einer Hauswand. Da niemand da war klingelte ich noch beim Nachbarn. Der freundliche ältere Herr hat dann die Hausherrin herbeigeholt. 
Die Wirtsleute waren sehr nett, den Hausherren mit seinem Dialekt habe ich allerdings ab und zu nicht verstanden. Er hat aber gleich den Fernseher eingeschaltet und Bier angeboten, was ich dankend ablehnte. Nach dem Duschen saß ich auf der Terrasse und als mir ein Gespritzter angeboten wurde, wollte ich nicht unhöflich sein und habe das Angebot angenommen. Normalerweise haben sie nur Stammgäste. Ich war der erste fremde Gast, seit die Fahne da ist. 

Terrasse 

Seit gestern, mit Handschuhen, und heute ohne, habe ich kleine Wasserbläschen auf dem rechten Handrücken. Außerdem ist die rechte wieder etwas mehr geschwollen. Das muss an der vielen Sonne und Hitze liegen. Was sagt denn Frau Doktor dazu?

Gibt's eine Ferndiagnose?

Etappe 5

Dienstag, 10.08.15
Morgens ging es recht gut, die Beine waren etwas besser. Nach 63 km in Domašin, einem kleinen Ort vor Vlašim, zu Mittag gegessen. Das einzige was ich auf der Speisekarte lesen konnte, war Cevapcici. Das habe ich dann auch genommen und ein Liter Nealko Pivo. Nachmittags wurden die Beine wieder schwer und außerdem gab es Gegenwind. Zweimal gabs dann Strecken mit 12% Steigung. Die habe ich im kleinsten Gang mit ca. 6 km/h bewältigt. Wie alle Tage zuvor war es wieder sehr heiß, bis 40 Grad. Musste heute die ein oder andere kurze Pause mehr einschieben. Nach 109,8 km und laut Tacho 1488 Höhenmetern bin ich in Pelhrimov angekommen. Die Teiletappen meines Navi ergaben zusammen 1560 Höhenmeter aufwärts und 1235 abwärts, was wohl besser passt, da es mit GPS genauer sein dürfte, als die Messung über den Luftdruck.
Die erste Pension war leider belegt. Die Dame an der Rezeption hat dann netterweise für mich rumtelefoniert und ich bin in einem Squashcenter mit angeschlossener Pension untergekommen. Bei der Einfahrt auf das Gelände ist der vordere Flaschenhalter abgebrochen. Die Aluschweissnähte sind gebrochen. 
Außer mir wohnten noch zwei weitere Herren. Der eine kam aus Osnabrück und baut im Ort eine Farbspritzstraße auf.

Rast am Straßenrand 

Habe ein Video mit iMove geschnitten, das Hochladen auf YouTube schlägt aber fehl. Es ist 5:38 min. lang. 

Sonntag, 9. August 2015

Prag

9.08.15
Heute bin ich durch die Stadt spaziert und habe mich noch einmal von Birgit verabschiedet. Im vorigen Jahr war es hier das letzte Mal, dass wir uns unter glücklicheren Umständen gesehen haben.

Karlsbrücke 



Ohne Worte 

Pulverturm